Ein Espresso für die Seele…

… oder woran kann man emotionalen Hunger erkennen?

Espresso für die Seele

Espresso für die Seele

Mit Hunger und Durst macht uns der Körper darauf aufmerksam, dass er Nachschub braucht. Doch Hand aufs Herz: Wie oft essen oder trinken wir etwas, auch wenn uns gar nicht wirklich der Magen knurrt? Mal schnell einen Schokoriegel knabbern, weil es gerade so hektisch ist und wir was für die Nerven brauchen. Noch einen Teller Nudeln, weil es so lecker war. Noch ein Kaffee zwischen all dem Stress! Dagegen ist gar nichts zu sagen, so lange e s nicht zu ungesund wird. Interessant ist aber, warum wir das machen. Weil wir durchaus Hunger haben, und zwar emotionalen Hunger.

Wir sind emotional hungrig, wenn…

… Gelüste entstehen: Schokolade, Espresso, Eis. Jetzt. Sofort. Manchmal bekommen wir urplötzlich Lust auf etwas Bestimmtes und müssen es dann sofort haben. Das Schöne ist, dass wir das schnell entlarven können: Denn echten Hunger können wir viel besser aushalten und sind auch nicht auf eine Speise oder Getränk fixiert.

… uns das Essen nicht satt macht: Echt hungrig waren wir, wenn uns die Mahlzeit satt und zufrieden gemacht hat. Wenn Sie also glücklich Ihren Teller Nudeln verspeist haben, aber dann schon wieder was haben müssen, dann prüfen Sie mal, was Ihnen gerade fehlt. Oft kann man das besser orten, wenn man sich überlegt, wie es einem gerade geht. Denn wenn wir aus Frust, Trauer, Ärger oder anderen Gefühlen heraus essen, werden wir nicht satt. Das Essen ist quasi nur ein kurzfristiger Ersatz für das, was uns tatsächlich fehlt.

… wir nach dem Essen frustriert sind: Man denkt, man hat Hunger und isst was. Doch schon gleich danach, sind wir frustriert und enttäuscht von uns, dass wir unserem Verlangen nachgegeben haben. Dabei wollten wir doch standhaft bleiben. Das muss nichts damit zu tun haben, dass Sie Gewicht verlieren möchten (obwohl das durchaus ein typischer Sabotagefaktor dafür ist). Es kann auch schlicht daran liegen, dass ein üppiges Essen Sie mittags direkt ins Suppenkoma führt oder Ihnen abends die Nachtruhe raubt.

Ein überraschendes Detail:
Sehr viele Menschen haben schon lange gar kein richtiges Hungergefühl mehr gespürt. Wir essen einfach alle ständig. Wenn Sie wieder deutlicher erspüren können möchten, ob Sie wirklich Hunger haben, dann achten Sie mal einen Tag lang auf ihre Essgewohnheiten.

Fragen Sie sich jedes mal, wenn Sie etwas essen oder trinken möchten, ob das, was Sie fühlen echter Hunger ist. So kommen Sie mit der Zeit Ihrem emotionalen Essverhalten und damit Ihren Bedürfnissen auf die Spur und können sich dann alternative Strategien zur Erfüllung überlegen.

 

2 Kommentare

  1. Ein sehr wichtiges Thema! Neben dem Hungergefühl scheint auch das Körpergefühl bei vielen Menschen verschütt zu gehen. Das macht mich traurig, wenn ich es sehe. Vor allem, wenn es Kindern vorgelebt wird. Ständig essen, ständig sitzen. Rausgehen und spielen? Keine Lust.

    Der emotionale Hunger lässt sich nicht durch Rumhängen stillen. Sondern (wie so oft) durch Erleben!

    Liebe Grüße
    Ruth

    • Ja!!
      Es scheint, dass wir in dieser hektischen Welt immer mehr die Verbindung zu uns selbst verlieren. Oft ignorieren wir unsere Gefühle und erfahren deshalb auch nicht, was wir wirklich brauchen…Kinder können das noch, sind mehr mit sich im Kontakt, zumindest solange wir es ihnen nicht durch Erziehung abtrainieren.